Friedrich Schiller
Wilhelm Tell
Regie: Jo Fabian
Dramaturgie: Sven Schlötcke
Regieassistenz: Immanuel Bartz
Licht: Jochen Jahncke
Requisite: Sarah Kornettka
Bühnen- & Kostümbild: Jo Fabian

"Der kann nicht klagen über harten Spruch,
Den man zum Meister seines Schicksals macht."

Friedrich Schiller löste mit seinem Drama eine Begeisterung aus, die im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte: Die Gestalt des wackren Armbrustschützen, Einzelgängers und Naturburschen wurde zur Symbolgestalt für gerechten Widerstand stilisiert. Im 20. Jahrhundert wurde Schillers Stück zur Fundgrube für rechte wie linke Propaganda. – Aber wer ist der Meisterschütze Tell, der keine Hüte grüßt und einen Apfel vom Kopf seines Sohnes schießt, sich mit einem sagenhaften Sprung ans Ufer aus der Gefangenschaft befreit und schließlich zum Attentäter wird? Ein Freiheitskämpfer, ein Individualist oder doch nur ein Mörder? Und wer sind die Männer, die sich zu nächtlichen Traditions- und Vaterlandsbeschwörungen versammeln? Was ist Gerechtigkeit und kann der Einzelne sein Schicksal überhaupt in die eignen Hände nehmen? Taugt Schillers Drama heute noch als Anleitung zum Widerstand?

"Abtreiben wollen wir verhassten Zwang.
Die alten Rechte, wie wir sie ererbt
von unsern Vätern, wollen wir bewahren,
nicht ungezügelt nach dem Neuen greifen."

Der Regisseur: Jo Fabian, Regisseur, Choreograf und Bildender Künstler, ist in den 90er Jahren mit seinem „sinnlichen, mitreißenden Bildertheater“ national und international bekannt geworden. Seine Arbeiten sind immer wieder auf Festivals vertreten (u.a. mit zwei Inszenierungen beim Berliner Theatertreffen).